Vita Hariolfi

Die Vita Hariolfi ist die, um 850 von dem Ellwanger Mönch Ermenrich und späteren Bischofs von Passau in Latein verfasste, Lebensbeschreibung Hariolfs, der zusammen mit seinen Brüdern die geistliche Stiftung Ellwangen angelegt hat.

Die älteste heute noch erhaltene Abschrift der Vita Hariolfi stammt aus dem 2. Viertel des 12. Jahrhunderts. Eine grundlegende Überarbeitung hat wohl nicht stattgefunden. Die Vita Hariolfi ist keine Biographie sondern primär eine hagiographische Schrift. Sie wurde als liturgischer Text in 8 Abschnitte aufgeteilt.

Der wohl auf Drängen der Ellwanger Mitbrüder entstandene Bericht über die Klostergründung und das Leben der dortigen ersten Mönche fügt sich sehr gut in die zeitgenössische Vita-Literatur ein. Die Vita Hariolfi gilt unter Fachleuten als sehr faktenreich. In ein hagiographisches Gewand gekleidet und als geistliche Lesung für den Konvent bestimmt, bringt die Vita Hariolfi zuverlässige Nachrichten die wohl auch einem Vergleich mit der urkundlichen und chronikalen Überlieferung standhalten.

Die Vita Hariolfi ist als Zwiegespräch zwischen dem jüngeren Mönch Ermenrich und dem älteren Matholf angelegt, der den Gründer Hariolf noch persönlich gekannt hat. Zur Durchsicht wurde sie dem Würzburger Bischof Gozbald, einem Verwandten Hariolfs übersandt.

Eine Übersetzung der Vita Hariolfi aus dem lateinischen ins Deutsche als pdf - Datei.