Barbara Ruf,

Barbara Rüfin war das erste Opfer der zweiten Hexenverfolgungswelle in Ellwangen. Diese zweite Verfolgungswelle fand zur Zeit der Fürstpröpste Johann Christoph I. von Westerstetten  und Johann Christoph II. von Freyberg-Eisenberg statt.

Barbara Rüfin war ungefähr 70 Jahre alt. Für die Zeit um das Jahr 1611 war dies ein sehr hohes Alter. Sie stammet aus Rindelbach, einem kleinen Ort in der Nähe von Ellwangen. Ihr Mann, Caspar Ruf, war wohl schon seit einiger Zeit tot. Das Haus der Witwe befand sich in der Nähe eines Bauernhofes. Als vor über 20 Jahren, also so um 1590 eine Seuche im Stall des Bauers Holhansen ausbrach stand sie bereits im Verdacht das Vieh verhext zu haben.

Im Jahr 1611 soll die alte Rüfin, beim Ostergottesdienst, nach Empfang der heiligen Kommunion, die Hostie aus ihrem Mund genommen und in ein Taschentuch gewickelt haben. Zuhause soll sie damit und mit anderen Zaubermitteln, Hexensalbe hergestellt haben.

Diese Hexe wollte man ihrer gerechten Strafe zuführen. Die Anklagepunkte lauteten:

Sie soll das heilige Sakrament aus dem Mund genommen haben. Hexen machen so etwas des öfteren.

Ihr Sohn, ein Torwärter am Oberen Stadtor,  sowie ihre Schwiegertochter und einige Nachbarn beschuldigen sie, eine Unholde zu sein.

In Ihrem Haus soll sie besalbte Häfen versteckt haben.

Sie soll Speisen, in die man zuvor ohne ihr Wissen Weihwasser geschüttet habe, nicht habe essen wollen. Der „Böse Geist“ hielt sie offensichtlich davon ab.

Das „Signum Diaboli“, das Teufelszeichen, wurde an Ihr entdeckt.

Anfangs beteuerte die alte Frau trotz Folter ihre Unschuld. Nachdem sie in mehreren Sitzungen lange Zeit gefoltert wurde, gestand sie schließlich, im Stall ihres Nachbarn vor über 20 Jahren einen Gaul verhext zu haben, das er sterben musste. Gemeinsam mit anderen Hexen hätte sie auf dem Sankt-Wolfgangs-Friedhof ein Kind ausgegraben. Zusammen hätten sie es dann im Walde gebraten und aufgegessen. Aus einigen Teilen des Kindes hätte sie Hexensalbe hergestellt.

Nachdem sie der Hexerei überführt war, verurteilte sie das Stadtgericht einstimmig dazu, bei lebendigem Leib verbrannt zu werden. Ihr gesamtes Eigentum sollte dem Fürstpropst gehören. Aus „mitfühlender Güte“ wurde ihr durch den Fürstpropst Johann Christoph I. von Westerstetten die „Gnade erzeigt“, das man ihr zuvor den Kopf abschlug und sie erst danach verbrannte.

Dies geschah dann am 16. Mai des Jahres 1611.

Hexenszene

Barbara hat aus toten Kindlein und aus dem Heiligen Sakrament Hexensalbe hergestellt