logo Fürstpropst Clemens Wenzeslaus von Sachsen Schloss Ellwangen Ellwangen heute Pferdetage Basilika Staatsanwaltschaft Musikschule



Startseite



 



Das Ende des geistlichen Fürstentums Ellwangen

Der letzte Fürstpropst Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1787-1802) hielt sich nur selten in Ellwangen auf. In seiner Regierungstätigkeit ließ er sich von den Grundsätzen der Aufklärung leiten. Auf wirtschaftlichem Gebiet kümmerte er sich mehr als Franz-Georg um die Landwirtschaft. Beeinflusst von den pädagogischen Tendenzen seiner fortschrittsgläubigen Zeit war er bestrebt, durch neue Schulordnungen und Bereitstellung finanzieller Mittel das höhere Schulwesen und die Volksschule den Erfordernissen der Zeit anzupassen. Der 1797 zum Hof-, Stadt- und Landschaftsphysikus berufene Joseph Alois Frölich hat nicht nur das Gesundheitswesen vorbildlich organisiert, sondern ist auch durch seine naturwissenschaftlichen, vor allem botanischen Forschungen in der Gelehrtenwelt berühmt geworden. Nach der Säkularisation wurde er in württembergische Dienste übernommen.

Auch auf kirchlichem Gebiet hat der Aufklärer Clemens Wenzeslaus reformierend gewirkt. Der Kampf gegen den Aberglauben, das Verbot der Karfreitagsprozessionen mit ihren symbolischen Passionsdarstellungen und die Reduzierung der Feiertage von 38 auf 19 fanden bei den Untertanen nicht immer eine positive Resonanz.

Um die Jahrhundertwende wurde die kleine Fürstpropstei das Opfer politischer Interessen. Infolge ungünstig verlaufener Kriege war Franz, der Erzherzherzog von Österreich und gleichzeitig Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war, gezwungen einer Abtretung der Reichsteile links des Rheins an Frankreich zuzustimmen.

Auf Druck Napoleons musste Kaieser Franz II. die Gebiete des Heiligen Römischen Reiches auf der linken Seite an Frankreich abtreten. Die größeren Reichsstände die Gebiete links des Rheins abgaben, sollten durch kleinere Fürstentümer und Reichsstädte, sowie durch geistliche Fürstentümer auf der rechten Seite des Rheins entschädigt werden. Durch den Reichsdeputationshauptschluss wurde die Fürstpropstei Ellwangen dem Herzogtum Württemberg zugewiesen. Sie war das größte und wichtigste Fürstentum das Herzog Friedrich im Rahmen der Säkularisation zugeteilt wurde. Bereits am 10. September 1802 hatten württembergische Truppen Stadt und Fürstpropstei Ellwangen besetzt. Bewaffneten Wiederstand gegen die Säkularisation gab es in den betroffen geistlichen Fürstentümern nicht.

Für die Stadt Ellwangen bedeutete die Säkularisation nicht nur einen Herrscherwechsel. Fürstpropst und Stiftskapitel, die in Jahrhunderten das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben bestimmt haben, fielen damit weg. Die Stadt, die Jahrhunderte lang Regierungszentrum und kirchlicher und kultureller Mittelpunkt war, ging einer ungewissen Zukunft entgegen.

Durch die Säkularisation geistlicher Fürstentümer und die Mediatisierung von Reichsstädten veränderte sich das politische Gesicht Deutschlands. Im Jahre 1806 löste Kaiser Franz II., auf den Druck Napoleons, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation auf. Infolge dessen erreichte der Herzog für sich eine Titelerhöhung. Er nannte sich ab 1806 König Friedrich I. von Württemberg.
 























Herzog Friederich II.

Herzog Friederich II. von Württemberg bekam durch den Reichsdeputations-hauptschluss, die Fürstpropstei Ellwangen zugewiesen.