Fürstpropst Heinrich von der Pfalz (1521 - 1552)

Fürstpropst Albrecht Thumb von Neuenburg trat sein Amt, ganz im Stiele seiner Zeit, gegen eine Rente an den Pfalzgraf Heinrich, der von den Habsburgern unterstützt wurde, ab. Dieses Vorgehen stieß bei den Stiftsherren auf Wiederstand. Das Kapitel wählte aus seinen eigenen Reihen einen Kandidaten, Johann von Gültlingen, aus einem württembergischen Vasallengeschlecht, der sich jedoch nicht gegen Heinrich von der Pfalz durchsetzen konnte.

Der neue Fürstpropst Heinrich von der Pfalz wurde im Jahre 1523 Bischof von Worms, im Jahre 1524 Bischof von Utrecht. Er erlangte diese Ämter dank seiner Einflussreichen Verwandtschaft auch ohne Priesterweihe. Im Jahre 1541 wurde er zum Bischof von Freising ernannt. Wegen seiner anderen Ämter war er nur selten in Ellwangen anwesend. Er wurde von seinem Stadtvogt Eberhard von Gemmingen vertreten.

Die Amtszeit des Pfalzgrafen war nachdem der protestantische Herzog von Württemberg im Jahre 1534 aus seiner Verbannung zurückgekehrt ist, eine Barriere gegen die Einführung der Reformation in Ellwangen.

Die letzten 10 Jahre der Regierungszeit des Pfalzgrafen Heinrich waren geprägt vom Kampf um seine Nachfolge.

Heinrich von der Pfalz resignierte im Jahre im April des Jahres 1545 zugunsten des katholischen Deutschmeisters Wolfgang Schutzbar. Die Stiftsherren weigerten sich jedoch diese Resignation anzuerkennen. Der Papst erkannte die Resignation Heinrichs trotzdem an und verlieh die Fürstpropstei an den Deutschmeister. Der Kaiser hatte dies ausdrücklich gewollt. Im Herbst des Jahres 1545 nahm Heinrich von der Pfalz jedoch die Resignation wieder zurück. Die päpstliche Bulle sei nichtiglich und heimlich erschlichen worden. Bei den diesbezüglichen Verhandlungen sei er krank gewesen und habe nicht gewusst was er tue. Er habe ohne Räte und Diener verhandelt; der Deutschmeister habe seine Zusagen nicht eingehalten.

Im Jahr 1546 schlug Heinrich von der Pfalz dem Stiftskapitel Kaspar von Kaltental als seinen Koadjutor mit dem Recht auf Nachfolge vor. Der Fürstpropst stand schon seit einiger Zeit im Verdacht protestantischen Neigungen nachzugeben. Kaltental war ein Kandidat des Ellwanger Schirmherrn, des Herzogs von Württemberg.

Im Jahr 1552 starb Fürstpropst Heinrich von der Pfalz ohne das seine Nachfolge geregelt war.
 



Heinrich von der Pfalz

Fürstpropst Heinrich von der Pfalz (1521-1552)