Abt Helmerich und Abt Richard der Rote (1113 – 1136)

Helmerich und Richardus Rufus waren Äbte in Ellwangen zwischen 1113 und 1136. Die Existenz Abt Helmerichs ist durch ein noch erhaltenes Pergamentfragment aus dieser Zeit bewiesen. Eine vermutete Abstammung Abt Helmerichs von den Grafen von Öttingen kann weder bewiesen, noch wiederlegt werden.

Im Jahre 1113 ist nach der Ellwanger Überlieferung Abt Ebo von Ellwangen gestorben. Seine Nachfolger wurden nach den Aufzeichnungen des Klosters  Richardus Rufus und Helmerich. Es bleibt unklar ob 1113 zwei Äbte gegeneinander antraten, was zu jener Zeit kirchlicher und politischer Parteinahmen durchaus möglich war, oder ob Richard der Rote und Helmerich nacheinander Abt wurden und wann dann Abt Helmerich folgte. Bei der Einweihung der neuen Klosterkirche im Jahre 1124, wurde nur noch Abt Helmerich genannt. Spätere Geschichtsschreiber haben die beiden hintereinander eingereiht und zwar Abt Richard den Roten 1113 – 1118 und Abt Helmerich 1118 – 1136.

Während der Amtszeit Abt Helmerichs ist eine neue Kirche gebaut und eingeweiht worden. Das Kloster befand sich um 1130 in einer finanziellen Notlage.

Abt Helmerich überließ Laien Baugrund innerhalb der Klosteranlage. Vielleicht war die finanzielle Notlage einer der Gründe die ihn zu diesem Schritt veranlassten. An der südlichen Klostermauer wurden Häuser gebaut.

Beim Rücktritt Abt Helmerichs hatte sich durch die Zusammenführung der Siedlung und des Klosters das Bild Ellwangens grundlegend geändert.

Er musste vermutlich auf Druck der Mönche zurücktreten. Ein heute noch erhaltenes Fragment aus einer Anklageschrift zeigt, das ihm seine Leistungen nicht gedankt wurden. Abt Helmerich wurde vorgeworfen durch die Vereinigung von Kloster und Siedlung  die klösterliche Ruhe gestört zu haben. Der eingeleitete Stadtgründungsprozess wurde jedoch auch unter seinen Nachfolgern nicht rückgängig gemacht. Außerdem veräußerte Abt Helmerich, angeblich zum Schaden des Klosters, Rechte des Klosters in der Gegend um Adelmannsfelden.

Nach der Klosterregel des Heiligen Benedikt von Nursia sowie nach der mittelalterlichen Rechtsvorstellung war der Abt eines Benediktinerklosters unbeschränkter Herrscher seiner Abtei. Abt Helmerich hinterließ, soweit dies aus der Anklageschrift zu ersehen ist, ein Kloster, in dem die Finanzen und die Disziplin erheblich in Unordnung geraten waren.