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Arkadenhof

Fürstpropst Johann Christoph I. verbot den Menschen Vergnügungen aller Art und baute gleichzeitig für sich ein neues Schloss





Streckleiter

In den Gesetzbüchern der frühen Neuzeit wird die Foltermethode mit der Streckleiter erklärt.



Johann Christoph I.

Johann Christoph von Westerstetten war der Initiator der
zweiten Hexen-
verfolgungswelle in Ellwangen


Nur das Feuer kann Geister und Dämonen zerstören

Nach Abschluss des Teufelspaktes drückt der Teufel
der Hexe seinen Stempel auf, das Signum Diaboli.




Hexenverfolgung in Ellwangen

Fürstpropst Johann Christoph I. von Westerstetten bat die päpstliche Inquisitionsbehörde, den katholischen Gläubigen verbotene, indizierte Literatur lesen zu dürfen, wegen der Rettung Irrender. Dies wurde ihm für 5 Jahre gestattet.

Ein Verbot von Vergnügungen die besonders Anlass zu sündigen boten hatte schon sein Vorgänger, Fürstpropst Wolfgang von Hausen erlassen. Die Geistlichkeit war damals der Ansicht, dass alles Unheil der Welt nur von dem leichtfertigen und  sündigen Lebenswandel der Menschen komme. Das Musikmachen mit Musikinstrumenten und dergleichen wurde streng untersagt. Auch das Tanzen war verboten.

Dieses Vergnügungsverbot wurde von Fürstpropst Johann Christoph von Westerstetten ausgeweitet. Müßiggang, Verschwendungssucht und unchristlicher Lebenswandel wurden in Zusammenhang mit dem Hexereidelikt gebracht. Besonders Frauen standen im Verdacht mangelnder Sozialdisziplin.

Man glaubte damals, solche Menschen seien mit dem Teufel im Bunde. Von ihm haben sie übernatürlichen Fähigkeiten bekommen.

Um das Hexereiproblem das es in Ellwangen gab zu beseitigen, richtete Fürstpropst Johann Christoph I. von Westerstetten einen Hexenrat ein. Er sollte die Hexen und Zauberer entlarven und sie dann dem Stadtgericht zur Verurteilung übergeben. Dieser sogenannte Hexenrat bestand aus 2 fürstlichen Räten. Dies waren Dr. Carl Kibler und sein Erfüllungsgehilfe Arnold von Wolffen. Der Jurist Dr. Carl Kibler war Leiter der Kanzlei und einer der wichtigsten weltlichen Berater des Fürstpropstes; Arnold von Wolffen war Hofmeister. Ein vergleichsweise unbedeutendes Amt. Die Hexenräte erhofften, durch die Hexenprozesse Karrierevorteile zu erlangen.

Eine Denunziation reichte zur Verfolgung wegen Hexerei aus. Durch suggestive Befragung der „überführten Hexen“ während der Folter, erreichte man die Besagungen. Der Hexenrat erkannte schon bald, das eine „Wahrheitsfindung“ aufgrund dem Indiz der Besagung nicht möglich war. Es konnte also nicht festgestellt werden, wer eine Hexe/Hexenmeister war und wer nicht. Dennoch wurde die Anklage der Hexerei weiterhin vor der Bevölkerung als Rechtfertigung für Todesurteile genutzt.
 
Aus dem Kreis der Besagten mussten die Richtigen ausgewählt werden. Sterben musste wer einen schlechten Ruf hatte; wer bereits seit langem schon der Hexerei verdächtigt war. Sterben musste wer im Weg war. Sterben mussten auch Menschen die Güter besaßen, welche die, für die Verfolgung Verantwortlichen, selbst haben wollten. Sterben musste wer Geld hatte das der Fürstpropst einziehen konnte. Sterben musste, wer eine abweichende Meinung gegenüber dem Hexenrat vertrat.

Frauen standen gesellschaftlich unterhalb der Männer, hatten weniger Rechte. Bei der zweiten Hexenverfolgungswelle in Ellwangen wurden ca. 350 Frauen und 100 Männer hingerichtet.

Die häufigsten, durch Folter erzwungenen Schuldgeständnisse lauten:

1. Das hochheilige Sakrament verunehrt. Dem Glauben an Gott und seinen Heiligen abgeschworen. Sich teuflisch taufen lassen. Sich ihm mit eigenem Blut verschrieben.
2. Mit einem Teufel - die Männer mit einer Teufelin - Unzucht getrieben.
3. Tote Kinder ausgegraben, gebraten und verspeist. Aus Teilen der Leichen "Hexensalbe" gefertigt.
4. Menschen und Tiere geschädigt.
5. Schlimme Unwetter gemacht.
6. Zusammen mit dem Buhlteufel nackt auf einer Ofengabel "ausgefahren" und bei teuflischen Tänzen und Gastereien gewesen.

Hatte der Hexenrat damals jemanden der Hexerei überführt, so durfte daran nicht gezweifelt werden. Auch nicht bei der eigenen Frau, der Mutter oder der Tochter. Zweifel an der Ansicht des Hexenrates waren lebensgefährlich.

Der Stadtrat als Stadtgericht verurteilte laut Aktenlage alle 450 der Hexerei angeklagten Personen einstimmig zum Tode durch Verbrennen. Die Frage wie die Abstimmungsergebnisse wirklich aussahen kann aus heutiger Sicht nicht beantwortet werden.

Es ist unwahrscheinlich, das Richter die eigene Frau oder Tochter bzw. Sohn zum Tode durch Verbrennen verurteilten. Richter die das Urteil des Hexenrates anzweifelten, mussten um ihr Leben fürchten. Unter den Opfern der zweiten Hexenverfolgungswelle befanden sich 9 von 12 Mitgliedern des Stadtgerichts.

Das Todesurteil der Hexen/Zauberer durch „Verbrennen bei lebendigem Leib“ stand bereits fest, wenn der Hexenrat sie überführt hatte. Freispruch gab es keinen, auch keine mildere Strafe. Ihr Sinn lag darin, einen Körper so zu zerstören, dass nichts mehr von ihm übrig blieb. Man war der Ansicht, nur das Feuer sei imstande, Geister und Dämonen zu zerstören. Den meisten Verurteilten wurde „aus mitfühlender Güte“, durch den Fürstpropst „die Gnade erzeigt“, vor dem Verbrennen am Galgen aufgehängt oder enthauptet zu werden.

Bei der 2. Hexenverfolgungswelle in Ellwangen wurden ca. 450 Menschen  hingerichtet. Stellvertretend dafür:

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Barbara Ruf                                   Margaretha Geblin

Bomgreta                                       Caspar Pfitzer    

Sabina Pfitzer                                Opfer unter den Stiftsgeistlichen

Familie Joachim Rinckh           Maria Ostertag                                          

Stadträte                                          Bernhard Johann

 
Amnesty International


Kritik anderer Fürsten des Heiligen Römischen Reiches an der Hexenverfolgung trat der Fürstpropst offensiv entgegen. Sie dürfte bei der Beendigung der Hexenverfolgung keine nennenswerte Rolle gespielt haben.

Die Beendigung der Verfolgung im Jahre 1618 durch Fürstpropst Johann Christoph von Freyberg und Eisenberg hatte mehrere Gründe: Wie schon bei der Hexenverfolgung des Jahres 1588 war einer der Gründe, dass das Hexereiproblem durch eine Prozessführung auf dem Indiz der Besagung nicht lösbar war. Daneben trat im Jahre 1618 die sozial destabilisierende Wirkung der Verfolgung hervor. Die Hinrichtung breitester Bevölkerungsschichten führte zu gewaltigen demographischen Veränderungen, die sich destabilisierend auf die Bevölkerung der fürstpröpstlichen Residenzstadt Ellwangen auswirkten. Der Frauenanteil an der Ellwanger Bevölkerung war sehr stark abgesunken. Die Zahl der Waisenkinder, stieg sprunghaft in die Höhe. Jedes soziale Vertrauen war in Ellwangen und im Stift zerstört.

Nach dem Ende der großen Ellwanger Verfolgungswelle der Jahre 1611-1618 zeigte sich in der Fürstpropstei eine hochgradige Resistenz gegen die Einleitung weiterer Prozessserien. Zwar fanden im Stift noch bis ins Jahr 1694 einzelne, im ganzen fünf Verfahren statt, in die ca. 15 Personen verwickelt waren, jedoch wurden nur mehr in den Jahren 1622 und 1627 zwei Todesurteile wegen Hexerei vollstreckt. 

Höllenqualen

Im ewigen Feuer der Hölle werden die Menschen von Dämonen gefoltert.

 












Nackt auf einer Ofengabel ausgefahren

Die Hexen sind nackt "ausgefahren" und auf teuflischen Gastereien gewesen











Folter

Das Aufziehen der auf dem Rücken zusammengebun-
denen Hände, führte bei den Ellwanger Hexen zum auskugeln der Schultergelenke











Hexenverbrennung

Die Hexen wurden zum Verbrennen bei lebendigem Leib verurteilt. In den meisten Fällen wurden sie jedoch vorher enthauptet oder erhängt.



Amnesty International Gruppe Ellwangen