Fürstabt Johann I. von Holzingen (1427-1452)

Als Subdiakon wurde Johann von Holzingen im Jahre 1406 ex-komuniziert, da er in Laienkleidung an einer nächtlichen Rauferei in einem Wirtshaus der Stadt beteiligt war, bei der ein Mensch starb. Die Ellwanger Mönche kleideten sich im Spätmittelalter in kostbare Gewänder, aßen Fleisch, tranken Alkohol und vernachlässigten die vorgeschriebenen Gottesdienste. Die Mönche wollten ihr adeliges Leben auch im Kloster fortführen.

Im Jahr 1420 wurde Johann von Holzingen der Klosterkellerer. Die Familie von Holzingen stammte aus einem Teilort der Stadt Weißenburg und stand damals zum Teil in Diensten der Grafen von Öttingen. Nach dem Tode des bürgerlichen Reformabtes Siegfried Gerlacher wurde Johann von Holzingen im Jahre 1427 Abt. Aus seiner Regierungszeit wurden keine Initiativen überliefert, die der Abkehr der Mönche von den Vorgaben der Regula Benedicti entgegenwirkten. An einer Reform des klösterlichen Lebens hatte er anscheinend kein Interesse. Reformvorschläge der Kurie, die die Aufnahme nichtadeliger Mönche im Benediktinerkloster Ellwangen ermöglichen sollten, lehnte er ab.

Johann von Holzingen versuchte den Einfluss fremder Mächte, wie z.B. des Schirmherrn, auf die Benediktinerabtei zu mindern. Unter dem Eindruck des Brandes von 1443 gelang es erstmals, eine Ordnung und Sparung zwischen Abt und Konvent zu erstellen, bei der weder der Bischof noch der Schirmherr die treibende Kraft waren.

In die Regierungszeit Abt Johanns von Holzingen fiel der Bau der heutigen Marienkirche. Der Bau eines neuen Rathauses fiel ebenfalls in seine Regierungszeit.

Die Ellwanger Mönche sahen in Abt Johann I. von Holzingen einen großen Wohltäter seines Benediktinerklosters.

 

 

 

Johann von Holzingen

In die Regierungszeit Abt Johann I. von Holzingen viel der Bau der Marienkirche