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Herstellen von Kerzen aus Binenwachs

Kerzen wurden im Mittelalter aus Bienenwachs hergestellt und auf Märkten angeboten.




























Gaukler

Feuerschluker














Kalter Markt 2010

Den Kalten Markt gibt es schon seit über 1000 Jahren




Der Kalte Markt in Ellwangen und die Ellwanger Jahrmärkte

Der Kalte Markt in Ellwangen ist als Pferdemarkt bereits im Frühmittelalter, vielleicht sogar in den Anfangsjahren des Klosters, im Zusammenhang mit der Segnung der Pferde entstanden. Er fand am Gedenktag der Ellwanger Pferdeheiligen, dem 17. Januar statt. Vermutlich kam schon bald nach der Gründung des Marktes ein Viehmarkt hinzu. Der Kalte Markt lag außerhalb der Arbeitszeiten auf dem Feld, zeitlich günstig für die bäuerliche Bevölkerung. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Bauern abschätzen, ob sie mit den eingelagerten Futtervorräten Tiere kaufen konnten oder verkaufen mussten.

Seit dem Frühmittelalter gab es in Ellwangen 2 Jahrmärkte. Dies waren der Kalte Markt am 17. Januar und der Herbstmesstag oder Michaelismarkt am 3. Oktober.  Im Hochmittelalter entstanden in Ellwangen, vielleicht im Zusammenhang mit der Entstehung der Stadt, weitere Märkte. Die zu den beiden bestehenden Märkten  hinzugekommenen neuen Jahrmärkte waren, der Grasmarkt am 23. Mai und der Veitsmarkt am 15. Juni. Damit hatten sich bis spätestens ins erste Drittel des 13. Jahrhunderts, die vier, seit dem 14. Jahrhundert in den Ellwanger Quellen greifbaren Jahrmärkte, herausgebildet.

Dies waren also:

  • Der Kalte Markt am Gedenktag des heiligen Antonius und der hl. Drillinge Eleusippus, Meleusippus und Speusippus (17. Januar). Der Kalte Markt ist der älteste Ellwanger Jahrmarkt
  • Der Grasmarkt am Gedenktag der heiligen Sulpitius und Servilianus (23. Mai)
  • Der Veitsmarkt am Gedenktag des heiligen Vitus (15. Juni)
  • Der Herbstmesstag oder Michaelismarkt am fünften Tag nach Michaelis (3. Oktober)

 

Heute gibt es von den oben genannten Jahrmärkten nur noch den Kalten Markt. Er findet jedes Jahr in der Woche nach dem Erscheinungsfest statt. Außer dem Krämermarkt beim Kalten Markt gibt es in Ellwangen heute, über das Jahr verteilt, noch 6 weitere Krämermärkte, die an Größe und Bedeutung allerdings hinter dem Kalten Markt zurückbleiben. Der Kalte Markt ist der größte Ellwanger Jahrmarkt.

Zum ersten mal wurde der „Kalte Messtag“ 1353 im Zinsregister der Pfarrei Ellwangen schriftlich erwähnt. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es neben dem Pferde- und Viehhandel ein breitgefächertes Angebot verschiedener Waren des täglichen Bedarfs zu kaufen. Die Erwähnung eines Glückspiels beim Kalten Markt 1472 zeigt, dass neben dem Verkauf und Handel, dem Marktbesucher auch ein unterhaltender und belustigender Teil des Marktes angeboten wurde. Es ist davon auszugehen, dass dieses Glückspiel nicht nur im Jahr 1472 stattfand, sondern auch in den Jahren davor bzw. danach.

Die Funktion des Kalten Marktes als Pferde- und Viehmarkt findet sich erstmals 1626 in den Aufzeichnungen der Fürstpropstei. Die Verkäufer von Pferden und Ochsen kamen damals aus dem Gebiet der Fürstpropstei Ellwangen oder aus den, an die Fürstprobstei angrenzenden Gebieten. Die Kaufinteressenten kamen in dieser Zeit jedoch fast ausschließlich nicht aus dem Bereich der Fürstpropstei Ellwangen oder deren unmittelbarer Umgebung sondern hauptsächlich von der Ulmer Alb, aus dem Gebiet um Crailsheim, aus dem Herzogtum Württemberg und aus dem Raum Gunzenhausen. Alle Käufer stammten somit aus Gebieten, die seit über einem Jahrhundert evangelisch waren und somit von der Fürstpropstei konfessionell getrennt. Der Ellwanger Raum war zu diesem Zeitpunkt anscheinend ein Zentrum der Pferdezucht.

Der Kalte Markt begann sich bereits im späten 17. Jahrhundert vom Festtag der heiligen Drillinge zu lösen. Die zeitliche Verlegung des Kalten Marktes hat sich im Zuge der Aufklärung bis Ende des 18. Jahrhunderts endgültig auf die erste Woche nach Heilige Drei Könige verschoben. Er wurde aber weiterhin in seiner alten Form erhalten. Bestehen blieb auch die Bindung an die heiligen Drillinge.

Kurz bevor der 30 jährige Krieg auch unsere Region erreichte wurden auf dem Kalten Markt jährlich zwischen 100 und 200 Pferde verkauft und weniger als 50 Ochsen. Nach dem Krieg stiegen die Verkaufszahlen auf über 500 verkaufte Pferde pro Jahr an, unterlagen jedoch starken jährlichen Schwankungen, wobei in Krisenzeiten immer ein starker Rückgang der Verkaufszahlen zu verzeichnen war. Auch die Verkaufszahlen der Rinder stiegen bis auf  plus minus 100 pro Jahr an. Auch sie unterlagen starken jährlichen Schwankungen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung des Viehmarktes auf dem Kalten Markt zu. Die Verkaufszahlen waren immer noch großen jährlichen Schwankungen unterworfen. Die Kaufinteressenten kamen immer noch zum Teil von weit her.  Der Krämermarkt beim Kalten Markt war in dieser Zeit unbedeutend.

Der Kalte Markt war für die Ellwanger Gaststätten ein einträgliches Geschäft. Viele Käufer, die von weiter her kamen mussten für einige Tage untergebracht und versorgt werden.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich der Pferde und Viehmarkt weiter auszudehnen. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden über 2000 bis 3000 Rinder zum Verkauf angeboten. Die Zahl der zum Verkauf angebotenen Pferde lag zwischen 500 und 1000. Im Jahr 1860 war ein Elefant auf dem Markt anwesend. Bereits 1864 musste die Stadt Ellwangen einen Antrag an das Oberamt zur Abhaltung eines weiteren Pferdemarktes sowie 4 weiterer Rindviehmärkte stellen. Trotz des Einspruchs der Stadt Crailsheim wurde der Antrag auf 5 Jahre hinaus genehmigt. Diese Genehmigung wurde alle 5 Jahre verlängert. Nach 1870 hatte sich der Kalte Markt von einem Pferdemarkt zu einem der bedeutendsten Viehmärkte im nordwürttembergischen Raum verändert. Im 19. Jh. kamen Viehhändler aus einem sehr großen Einzugsbereich nach Ellwangen. Die verkauften Tiere wurden in dieser Zeit mit der Bahn abtransportiert.  Bereits im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden, im Zusammenhang mit dem Kalten Markt, Pferdeprämierungen vorgenommen. Beim Kalten Markt fand auch ein Krämermarkt statt. Seine Rolle trat während des 19. Jahrhunderts jedoch deutlich hinter der des Pferdemarktes zurück, da die Leute die gleichen Waren zum Teil billiger in der Stadt Ellwangen einkaufen konnten.

Das 20. Jahrhundert bedeutete für den Kalten Markt keinen Bruch mit der Vergangenheit. Der erste Weltkrieg hat bei den Verkaufszahlen des Kalten Marktes keine Spuren hinterlassen. In der Weimarer Zeit begannen erste Veränderungen. 1925 wurden nur 81 Pferde auf dem Kalten Markt verkauft. Beim Viehauftrieb sollen es über 1000 Rinder gewesen sein. Dafür waren ca. 350 Marktstände aufgebaut und die Stadtkapelle und der bekannte Max Mayer gaben dem Kalten Markt neben dem Marktgeschehen eine unterhaltende, gesellschaftliche Seite. Die Stadtverwaltung begann den Kalten Markt durch eine Pferdeprämierung zu unterstützen. Hierbei wurde an Vorgänge seit dem 19. Jahrhundert angeknüpft. 1934 wurden 300 Pferde aufgetrieben aber bereits 58 prämiert. Der beim Kalten Markt stattfindende Umzug erhielt in dieser Zeit auch eine höhere Bedeutung.

Nach 1935 fand auf dem oberen Brühl jeden Monat ein Viehmarkt statt. Vorher hatte der Viehmarkt in der Altstadt stadtstattgefunden. Neben dem Kalten Markt gab es damals noch einen weiteren Pferdemarkt und zwar an dem auf den dritten Montag im März folgenden Dienstag.

Der Kalte Markt war auch in der Zeit des Nationalsozialismus weit mehr vom Viehmarkt als vom Pferdemarkt geprägt. Die Bauern schimpften darüber, dass auf der einen Seite jüdische Händler vom Kalten Markt ausgeschlossen wurden und auf der anderen Seite kein Ersatz durch arische Händler geschaffen wurde. Im Verlauf des 2. Weltkrieges ging der Kalte Markt zurück um schließlich ganz zu erliegen. Erst 1949 wurde er wieder als Pferdemarkt aufgenommen und ebenso die Prämierung der Pferde durch die Stadt Ellwangen. Ab 1958 fanden in Ellwangen 3 Pferdemärkte statt. Neben dem Kalten Markt im Januar zwei weitere im März und Oktober. In den 50 er Jahren begann die Entwicklung, durch die das Pferd in Landwirtschaft und Verkehr immer mehr von PKW und Schlepper abgelöst wurde. 1970 wurden auf dem Kalten Markt nur noch 10 Pferde zum Verkauf angeboten. 1978 waren es noch 2. Seit dieser Zeit werden auf dem Kalten Markt keine Pferde mehr verkauft. Das Marktgeschehen hatte sich auf andere Produkte des täglichen Bedarfs verlagert.  Im Jahr 1978 wurden jedoch 104 Pferde den Preisrichtern vorgestellt. Ellwangen blieb ein Zentrum der Pferdezucht, wie am Kalten Markt bei der Prämierung der Pferde, durch den historischen Umzug und durch die Bauernversammlung deutlich wurde und wird. Bei der Bauernversammlung spricht jedes Jahr ein Politiker. 2007 war es z. B. der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günter Öttinger. Seit 1958 wird die „Kalte Markt Plakette“ verliehen. Nachdem das Pferd als Transportmittel und als Arbeitstier in der Landwirtschaft vollständig durch die Motorisierung abgelöst wurde, liegt der Schwerpunkt des Kalten Marktes im Bereich des Pferdes seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nicht mehr auf dem Handel mit Pferden, sondern ausschließlich auf der Prämierung der Züchter. Die Bedeutung des Krämermarktes beim Kalten Markt hat zugenommen. Heute gibt es beim Kalten Markt auch eine Technikmesse bei der Firmen aus der Region ihre Produkte anbieten. Der Einzugsbereich des Kalten Marktes ist kleiner geworden. Der Kalte Markt hat seine neue Gestalt in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts erhalten.

 

 

 

Kalter Markt

Pferdegespann auf dem Kalten Markt
























Korbmacherin

Auf dem Markt wurden im Mittelalter Gebrauchsgegen-stände aller Art gehandelt.



























































Technikmesse auf dem Kalten Markt

Technikmesse auf dem Kalten Markt