Abt Kuno I.
Kuno war als Kuno I. Abt im Kloster Ellwangen zwischen 1188
und 1221. Zwischen 1217 und 1221 war er Abt im Kloster Fulda.
Er war wohl einer der herausragendsten Ellwanger Äbte.
Kuno I. prägte das geistliche und politische Gesicht der entstehenden
Stadt Ellwangen und des Klosters Ellwangen in seiner Regierungszeit
entscheidend. Im Jahr 1215, während der Amtszeit Kuno I., wurde
Ellwangen Fürstabtei. Abt Kuno I. war der erste Ellwanger Fürstabt.
Die Abtei erhielt in seiner Amtszeit das Recht der Hochgerichtsbarkeit,
konnte also über Leben und Tod richten.
Während des Abbatiats Kuno I. war Ellwangen eine große
Baustelle. Um 1200 wurde eine erste Burg zum Schutz des Klosters
und der entstehenden Stadt, sowie als Wohnung des Abtes, auf dem
heutigen Schlossberg gebaut. Die 1201 abgebrannte Stadt wurde wieder
aufgebaut. Der Bau der spätromanischen Klosterkirche war als
Kuno I. starb noch nicht vollendet. Ihr Aussehen wurde jedoch maßgeblich
von Fürstabt Kuno geprägt. Die Kirche ist im wesentlichen
sein Werk. Ihr eindrucksvolles Aussehen sagt uns mehr über Fürstabt
Kuno als alle noch vorhandenen, schriftlichen Quellen. Die Kirche
gilt als eines der eindruckvollsten Zeugnisse der spätromanischen
Architektur rechts des Rheins.
Weihnachten 1217 wurde Kuno, dem neugewählten Abt von Fulda mitgeteilt, er könne der Abtei Ellwangen für 3 weitere
Jahre vorstehen. Abt Kuno war Berater der Stauferkaiser.
Den Höhepunkt erreichte seine politisch-diplomatische Tätigkeit
im Dienste des Stauferkönigs Friedrich II., als dieser ihn im
Frühjahr 1220 an der Spitze einer Delegation, mit dem Auftrag
nach Rom schickte, mit dem Papst über die Kaiserkrönung
zu verhandeln.
Wo Abt Kuno im Jahr 1221 starb, ist nicht bekannt. Es könnte
auch jenseits der Alpen gewesen sein. Wo er begraben wurde ist nicht überliefert.
Erst nach seinem Tod ist in Ellwangen ein neuer Abt gewählt worden.
Es gibt keine Hinweise dafür, dass er die Leitung der Abtei Ellwangen
vor seinem Tode abgegeben hat. |